Frühe Reinlichkeit befriedigt ureigenes Bedürfnis

Rita Messmer aus Faoug ist überzeugt, dass Babys bereits ab der Geburt anzeigen, wann sie ausscheiden müssen. Sie ist die Begründerin von «hello nappy».

Rita Messmer aus Faoug ist die Pionierin
im Gebiet der frühen Reinlichkeit.
Sie nennt ihre Methode auch «hello nappy
». Der Name «windelfrei» schrecke viele
ab, denn es gehe ja nicht darum, ganz
auf Windeln zu verzichten.
Messmer ist überzeugt, dass bereits
Kleinkinder mit Signalen wie Unruhe,
leichtem Weinen, dem Absetzen beim Stillen
und anderen Verhaltensweisen anzeigen,
dass sie ausscheiden müssen. Durch
die Umsetzung der frühen Reinlichkeit
werde die Bindung zwischen Mutter und
Kind gefördert. «Das Baby nimmt sein
Ausscheidungsverhalten bewusst wahr.
Es bekommt ein Gefühl dafür», so die
Cranio-Sacral-Therapeutin. Sie erläutert
ihre Methode: «Die Mutter ermuntert das
Baby auszuscheiden. Sie macht das ohne
Druck und Stress – anfänglich braucht sie
dazu ein Signal, einen ‹Psss›-Laut.»
Laut Messmer ist es biologisch gesehen
ein ureigenes Bedürfnis, nicht in seinen
Ausscheidungen zu liegen. Babys
hätten vom ersten Lebenstag an eine
Sensibilität für ihre Ausscheidungen. Die
sensible Phase der Reinlichkeit ist vom
ersten Lebenstag an offen, schliesst sich
aber gegen Ende des dritten Lebensmonats.
Wichtig sei auch, dass man sich bewusst
mache, dass Pannen dazugehören.
«Entwicklungsschritte, Zahnen, Impfungen,
Krankheiten, Stress und anderes
können zeitweise das Ausscheidungsverhalten
verändern, sind aber meistens
schnell überwunden», so Messmer. Gelassenheit
sei dann der beste Ratgeber.
Wenn Eltern in der Lage sind, die Signale
des Kindes wahrzunehmen, sie richtig
zu interpretieren und sie prompt und angemessen
zu befriedigen, entwickelt der
Säugling eine sichere Bindung. In ihrem
Buch «Ihr Baby kann’s!» gibt Messmer Eltern
weitere Informationen zum Thema
Reinlichkeit

Murtenbieter
15.01.2019
Hans Thomas